Heilsarmee stellt Ultimatum an Besetzer

Heilsarmee stellt Ultimatum an Besetzer

Das Gebäude der Heilsarmee Zürich Zentral ist seit dem 23. November besetzt.
Das Gebäude der Heilsarmee Zürich Zentral ist seit dem 23. November besetzt.
© 20M / Reto Oeschger / Limitierte Rechte

Das Haus des Korps Zürich Zentral ist seit einem Monat besetzt. Das wurde zuerst toleriert – am 22. Dezember sollen die Besetzer aber raus.

Das Gebäude der Heilsarmee ist seit dem 23. November besetzt. «Der Aufenthalt der Besetzer wird vorderhand auf Zusehen hin, ohne Anerkennung einer Rechtmässigkeit, geduldet», teilte die Heilsarmee kurz nach der Besetzung mit. Laut dem «Tages-Anzeiger» stellt die Heilsarmee den Besetzern nun ein Ultimatum, das Haus bis zum 22. Dezember zu verlassen.

Der Umbau des Heilsarmee-Gebäudes an der Ankerstrasse im Kreis 4 steht kurz bevor. Anfang 2018 soll der Abbruch beginnen – Ende 2019 sollen der neue Gemeindesaal und das Wohnheim mit 36 Plätzen bezugsbereit sein. Diese Pläne könnten sich nun aber verzögern. Grund: Das Heilsarmee-Haus ist seit dem 23. November besetzt. «Der Aufenthalt der Besetzer wird vorderhand auf Zusehen hin, ohne Anerkennung einer Rechtmässigkeit, geduldet», teilte die Heilsarmee kurz nach der Besetzung mit.

Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, hat sich die Situation nun aber geändert. Die Heilsarmee stellt den Besetzern ein Ultimatum, das Haus bis zum 22. Dezember zu verlassen. Was passiert, wenn dies nicht passiert, will ein Sprecher nicht sagen. «Eine Strafanzeige kommt nur im äussersten Fall infrage, wenn wir nicht mit unserem Bauvorhaben wie geplant starten können.» Diese Anzeige wäre notwendig, damit die Stadtpolizei das Haus räumen könnte.

Gemischte Meinungen in der Nachbarschaft

Bei den Besetzern denkt man nicht daran, das Haus am Freitag zu verlassen. Im Gegenteil – es wird zum Widerstand aufgerufen. «Wir haben keine Angst und werden keinen Leerstand dulden», heisst es in einem Brief an die benachbarten Anwohner. Ausserdem wird am 22. Dezember dazu eingeladen, von früh bis spät an die Ankerstrasse zu kommen – für «Crepes and Show».

Ein Anwohner äussert sich gegenüber dem «Tages-Anzeiger» genervt von den Besetzern, von deren Schmierereien am Haus, den ständigen Flyer im Briefkasten und den Veranstaltungen, die im besetzten Heilsarmee-Haus stattfinden. Es gibt aber auch andere Stimmen. Die Verkäuferin eines benachbarten Geschäfts findet die Besetzung cool, wie sie gegenüber 20 Minuten sagt: «Ich kann deren Anliegen verstehen.» Beim Plaza Club auf der anderen Strassenseite hat man von den Besetzern noch gar nichts bemerkt, wie Geschäftsführer Tony Bolli sagt – «also stören sie auch nicht».

Polizeieinsatz am vergangenen Samstag

Eine weitere Nachbarin sagt: «Wir haben die Hausbesetzer erst einmal am Samstagabend gehört, aber da hat es uns nicht genervt.» Die Veranstaltung vom Samstag hat aber die Stadtpolizei Zürich auf den Plan gerufen. «Wir bekamen einzelne Lärmklagen und sind daher an die Ankerstrasse 31 ausgerückt», sagt Sprecher Michael Walker.

Die Besetzer hätten kooperiert und die Fenster geschlossen sowie die Musik leiser gemacht. «Trotzdem wird der Veranstalter beim Stadtrichteramt zur Anzeige gebracht», so Walker. Eine Räumung käme für die Stadtpolizei erst in Frage, wenn die Räumungsvoraussetzungen gemäss dem Merkblatt für Hausbesetzungen in der Stadt Zürich erfüllt sind.

Autor
Quelle: 20 minuten (20.12.2017)