Spielzeug, Bücher und Kuriositäten

Spielzeug, Bücher und Kuriositäten

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Der 34. Schülerflohmarkt der Heilsarmee Amriswil erwirtschaftete 550 Franken zugunsten eines Hilfsprojekts auf den Philippinen.

Der traditionelle Schülerflohmarkt, der immer am zweiten Mittwoch nach den Sommerferien auf dem Marktplatz oder bei Regen im Pentorama stattfindet, ist ein jährliches Highlight für die Schülerinnen und Schüler von Amriswil. Lange im Voraus organisieren sich die einten Kinder und entscheiden überlegt, und teils gemeinsam mit ihren Geschwistern, von welchen Sachen sie sich trennen möchten.

Dann gilt es die Verkaufs- oder Verhandlungspreise festzulegen und die Ware fein säuberlich mit Etiketten zu beschriften. An diesem spätsommerlichen Mittwoch waren einzelne Kinder bereits am frühen Morgen beim Marktplatz, um sich die besten Verkaufsplätze am Schatten zu sichern. Andere nahmen es eher gemächlich und mussten sich dann halt mit den weniger guten Plätzen zufrieden geben. Im Schatten unter einem Sonnenschirm gedrückt, sassen zwei lebhafte Frauen Ende der 50er.

Vor ihnen auf einem grossen Tuch präsentieren zwei junge Verkäufer ihre Ware. «Hier, alles Sachen, die wir mal gekauft haben», sagen sie mit einer ausladenden Geste auf eine riesen Auswahl an Lego- und Playmobilbauteilen. Vor 30 Jahren hätten sie ihre Kinder zu diesem Flohmarkt begleitet, heute seien es die Enkelkinder. Die pädagogisch wertvollen Spielsachen, einst liebevoll ausgesuchte Geschenke, warten nun auf neue Besitzer.

Den Schuh zum Anschauen aufstellen
Das Angebot der jungen Kaufleute ist riesig. Von Büchern, Gesellschaftsspielen, Computerspielen über Puppen, Kindervehikels, Autos in jeder Grösse und aller Modelle, zu Musikinstrumenten, Velos, Sportschuhen, alles, was des Kindes Herz begehrt. Aber auch Kurioses wird angeboten, wie zum Beispiel einen einzelnen Fussballschuh, den ein etwa zehnj ähriger Verkäufer loszuwerden versuchte. «Der andere ist kaputt oder verloren gegangen. Aber man kann diesen Schuh ja mit einem anderen kombinieren oder ihn zum Anschauen ausstellen», ist sein Verkaufsargument.

Teils verwaiste, teils von Mamis oder Omas besetzte Stände zeigen, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer in eigener Sache unterwegs sind. Es stellt sich die Frage, ob am Abend nicht mehr Sachen nach Hause gebracht werden als am Mittag mitgenommen wurden. Doch das ist Nebensache. Wichtig ist: Es hat allen Spass gemacht.

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Quelle: Thurgauer Zeitung (25. 08. 2017)