Zur Zukunft des Korps Birsfelden

Zur Zukunft des Korps Birsfelden

Das Korps Birsfelden soll im Sommer 2020 geschlossen und die frei werdenden Ressourcen in den neuen Standort investiert werden.

Auf dem gesamten Areal rund um das Korps Birsfelden ist eine komplette Neu-Überbauung geplant. Das detaillierte Konzept wurde der Heilsarmee, vertreten durch den Divisionschef und die Immobilien, im April 2017 an einer Sitzung mit Vertretern der Firma Losinger Marazzi AG und dem Gemeindepräsidenten von Birsfelden vorgestellt. Erste Berechnungen ergaben, dass ein allfälliger Neubau die Heilsarmee 5 bis 6 Millionen Franken kosten würde.

Im August 2017 wurde die Direktion Heilsarmee über die Arealentwicklung in Kenntnis gesetzt. Die Direktion verpflichtete den Divisionschef abzuklären, welche sozialen Bedürfnisse in Birsfelden vorhanden seien, sowie zu prüfen, ob allenfalls ein Standortwechsel in Frage komme.

Im Frühjahr 2018 wurde das Center for Philanthropy Studies der Universität Basel mit der Bedürfnis- und Standortanalyse der politischen Gemeinde Birsfelden beauftragt. Zu prüfen waren die vorhandenen sozialen und kirchlichen Strukturen, allfällige Lücken in Angebot derselben sowie alternative Standorte in der Region Kaiseraugst/Pratteln/Laufental.

Die Studie zeigte auf, dass in Birsfelden eine nur schwache Nachfrage nach den Leistungen der Heilsarmee besteht. Gleichzeitig weist das vorhandene soziale und kirchliche Angebot keine offensichtlichen Lücken auf, da Basel-Stadt viele Bedürfnisse abdeckt.

Bezüglich alternativer Standorte legte die Studie ein mögliches Betätigungsfeld für die Heilsarmee offen: das multikulturelle Längi-Quartier zwischen Pratteln und Kaiseraugst mit hohem Anteil an Ausländern, Arbeitslosen, Sozialhilfeempfägern und weiteren Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Anders als in Birsfelden gibt es hier nur sehr wenige Angebote, welche die Leute begleiten und unterstützen. Nach Auswertung der Ergebnisse empfahl die Studie der Heilsarmee eine Umsiedlung nach Kaiseraugst oder Pratteln.

Entscheidungen

Im August 2018 wurden die Ergebnisse der Bedürfnis- und Standortanalyse der Direktion Heilsarmee vorgestellt. Auf diese Fakten gestützt, hat die Direktion gemeinsam mit dem Divisionschef folgende Entscheidungen gefällt: 

1. Projekt Pratteln 
Die Heilsarmee will die Empfehlung der Studie aufgreifen und den Aufbau des Standorts Längi in Pratteln prüfen. In Zusammenarbeit mit den Standorten der Heilsarmee in der Region Basel soll ein niederschwelliges sozialdiakonisches Angebot mit gemeinschaftlichem Charakter entstehen, wo den Menschen ganzheitlich gedient und die Botschaft von Jesus Christus verkündet wird.

2. Rückzug aus Birsfelden
Das Korps Birsfelden soll im Sommer 2020 geschlossen und die frei werdenden Ressourcen in den neuen Standort investiert werden. Gleichzeitig macht die Heilsarmee den Weg für die Arealentwicklung am jetzigen Standort frei.

Der Entscheid, das Korps Birsfelden zu schliessen, ist den Entscheidungsträgern nicht leicht gefallen. Die Heilsarmee Birsfelden ist ein sehr herzliches Korps, das familiär unterwegs ist und eine Atmosphäre ausstrahlt, in welcher Menschen sich angenommen fühlen. Zudem hat es in der Vergangenheit Gott und den Menschen sehr aktiv gedient. Mit Blick auf die Altersstruktur und die personellen Ressourcen wäre das Korps allerdings nicht in der Lage, ein so grosses, vier bis sechs Jahre dauerndes Bauprojekt zu stemmen, was bedeuten würde: monatelange Planung, unzählige Sitzungen, Umzug an einen vorübergehenden Standort und schliesslich Rückkehr in den Neubau. Hinzu kommen weitere problematische Aspekte: Zum einen die 5 bis 6 Millionen Franken, die in ein neues Korpsgebäude investiert werden müssten, zum anderen der intensive Aufwand für die neuen Angebote, die nötig wären, um die grössere Liegenschaft mit Leben zu füllen.

Doch auch die regionale Arbeit der Heilsarmee in und um Basel spielt eine wichtige Rolle. Auf kleinem Raum befinden sich derzeit vier Korps und viele verschiedene soziale Institutionen mit ihren entsprechenden Angeboten. Als Verantwortliche der Heilsarmee wollen und müssen wir die ganze Region im Blick haben. Aus der Analyse geht klar hervor, dass es weisse Flecken gibt, wo sich der Heilsarmee neue Aufgabengebiete eröffnen. So sollen die beschränkten Ressourcen gezielt eingesetzt werden, um dort lebende Menschen zu erreichen. 

Wie geht es weiter?

Für das Projekt in Pratteln wird ein Projekt erstellt und weiterhin im Gebet den Willen Gottes gesucht.

Was das Korps Birsfelden betrifft, so wird es sich im Sommer 2020 aus dem Gebäude an der Hauptstrasse 11 zurückziehen und somit auflösen. Monika und Michael Huber werden bis dahin bemüht sein, alle Korpsmitglieder zu begleiten und sicherzustellen, dass sie eine neue geistliche Heimat finden – wünschenswerterweise in einem anderen Korps in der Region.

Der nun beginnende Prozess wird von Major Stefan Inniger (Regio-Offizier) und Major Thomas Bösch (Divisionschef) begleitet. 

Autor
Major Jacques Donzé, Leiter Abteilung Evangelisation

Publiziert am
8.2.2019