Kirchen spenden Hilfe in der Not

Kirchen spenden Hilfe in der Not

Vorbildlicher Einsatz freiwilliger christlicher Gruppen, unter ihnen die Heilsarmee, bei der Brandkatastrophe von Mitte Juni in London.

Beim verheerenden Hochhausbrand des Grenfell Tower in London kamen Mitte Juni mindestens 80 Menschen im Feuer ums Leben. Das Feuerdisaster um den Grenfell-Tower in London hat gezeigt, dass die englische Bürokratie rasches Eingreifen und Hilfe verhindert hatte. Hinzu kamen unpassende Materialien am Gebäude und ein ungenügendes Feuerwehr-Equipment. «Aber es gibt eine Gruppe von Notfallhelfern, die unerwarteten Beifall erhalten hat», schreibt das Online-Magazin «Unherd»: Es waren Freiwillige aus christlichen Gruppen, die spontan sowohl pastorale als auch ganze praktische Hilfe geboten haben. «Das ist eine aussergewöhnliche Leistung der Community – eine Geschichte von Hoffnung, Glauben und Aktion, die weitere Aufmerksamkeit verdient», schreibt das Magazin weiter.  

Diese freiwilligen Gruppen von verschiedenen christlichen Organisationen haben so stark wie noch nie zusammengearbeitet und grosse Lücken ausgefüllt, welche die offiziellen Organisationen offen gelassen haben. «Die geistlichen Leiter haben rasch und effizient geholfen, Brücken zu bauen und zu einem ruhigen Verhalten ermuntert, als nach dem Feuersturm Panik ausbrach», schreibt «Unherd».

Heilsarmee mit roten Bussen
Mitglieder der Heilsarmee waren die ersten, die auf dem Katastrophen-Platz erschienen waren. Sie waren mit ihren roten Bussen schon eine Stunde nach Feuerausbruch vor Ort und boten den schockierten Bewohnern Tee, Sandwiches und Betreuung an. Die Heilsarmee hat einen Alarm zu den Behörden eingerichtet, sobald sechs oder mehr Feuerwehr- oder Krankenautos ausrücken müssen.

Reverend Sean Doherty war der erste Geistliche, der die Sirenen hörte, den Rauch schmeckte und aus dem Bett sprang. Er weckte einen Kollegen und zusammen öffneten sie in kurzer Zeit die lokale Kirche St. Clement, die 200 Obdachlosen eine neue Unterkunft bot. Kurz danach war Graham Tomlin, Bischof von Kensington, beim Tower. Auch die Katholiken und Methodisten sowie die lokale Moschee und Synagoge öffneten ihre Türen und arbeiteten vorbildlich zusammen. 
  
Eine Brücke zur Regierung
Zur geichen Zeit waren die Behörden immer noch daran, offizielle «Relief Center» zu finden und einzurichten. In den Tagen nach dem Brand hatte Bischof Graham Tomlin eine wichtige Führungsrolle beim Bewältigen der Katastrophe. Er schuf eine Brücke zur Regierung von Präsidentin Teresa May und half beim Koordinieren der Hilfe, schrieb «The Guardian».

Während dem 45-minütigen Besuch der Premierministerin im Quartier drohte eine Revolte auszubrechen. Die Obdachlosen wurden noch Tage nach dem Disaster im Ungewissen gelassen. Den Kirchen wurde viel mehr Vertrauen entgegenbracht, das auf ihrer jahrelangen, täglichen Arbeit im Quartier basierte. Bischof Graham Tomlin konnte einen eindrücklichen Artikel darüber im «The Independent» schreiben.
 

Autor
Markus Baumgartner, dienstagsMAIL